in Intuition

Nochmal um den Pudding

biathlon
Foto: Chiemgau

„Oh, der muss nochmal um den Pudding“ schmunzelte mein Opa als der Biathlet die Zielscheibe verpasste. Pudding hieß bei ihm Strafrunde. Ich habe dieses Bild immer noch vor Augen: Mein Opa, die Winterolympiade, der Telefunken Fernseher und Pudding als Metapher für die Strafrunde.

Wir haben bewusst vor unserem Urlaub keine Unterkunft in Thailand gebucht, wir wollten uns vor Ort inspirieren lassen, einfach mal total spontan sein. Als wir ankamen war alles ausgebucht, das hätte ich auch vorher im Internet checken können, so die Geschichte einer Bekannten während einem Glas Rotwein. Sie träumte von der Ambiguität, der menschlichen Empfehlungsinteraktion, sich überraschen lassen ohne vorher mit Klicks zu planen.

Ich glaube wir verlieren mit Hilfe der allgemeinen Verfügbarkeit und berechenbaren Flirtportalen die Kunst des Puddings. Wir trauen uns vor lauter Rationalität und Aufrechnung des Nutzens keine Strafrunde zu, das Einfache entgleitet uns, was direkt vor uns liegt, nicht das die deutsche Kultur bekannt für ihre sagenhafte Intuition ist.  Vielleicht einfach das Analoge bewusster genießen ohne auf digitaler Sendung zu sein, nochmal um den Pudding gleiten, sich überraschen lassen ohne Verspätungswut gegenüber Nahverkerszügen und Egoeigennutzen.

Mit der Datensammelwut, einer Überwachungskompetenz aus zwei diktatorischen Zeitrechnungen, 1933-1945 sowie 1961-1989, werden wir als Biathlet in Zukunft noch treffsicherer werden und womöglich den Pudding weiter aus den Augen verlieren. Natürlich gibt es auch Sportler, die gerne um den Pudding drehen aber umso berechenbarer auf dem Astroturf (A.d.R. künstlicher Rasen) sind, lasst euch nicht täuschen.

Viva la real Pudding!

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