in Heimat

Hajo, Mannem

Mit 3 bin ich das erste Mal umgezogen, von Frankfurt nach Chicago. Insgesamt bin ich 17 Mal umgezogen. In Mannheim hatte ich als heranwachsender Junge 3 Jahre einen festen Wohnsitz.

Mannhatten hat sich quasi ihre Stadtplanung von der Quadratenstadt Mannem abgeschaut, so wars, um nach N1 zu kommen fährt man einfach die Buchstaben-Achse runter. So ähnlich navigierts sich in NYC, von der 12. zur 42. Straße einfach immer einer Avenue entlang.

Als mittelmäßig talentierter Skater habe ich mein Glück am Wasserturm-Pool gesucht, der Turm lag außerhalb der Quadraten am Friedrichplatz. Auf dem Eis war ich deutlich sportlicher unterwegs, beim MERC. Und übers Netz schlug ich gelbe Bälle im Schwarz-Weiß Neckarau, hajo.

Aus der Zeit ist mir der rauhe, charmante Dialekt erhalten geblieben, auf Knopfdruck kann ich sprechen wie ein Mannemer. Ich hatte immer das Gefühl dort willkommen zu sein, in der Schule, der Nachbarschaft oder im Stollenwörtweiher.

In den vielen Jahren meines Umherziehens habe ich gelernt zuzuhören, ein Fremder zu sein obgleich das Fremde zu umarmen und dabei die einzigartigen kulturellen Codes bewusst zu sehen. Beim nächsten Umzug durfte ich mir das Schönste aussuchen und einfach mit nehmen.

Mannem hat mich positiv geprägt, die einstige Arbeiterstadt hat einen harten Kern, ehrlich, eine besondere Art über sich selber zu lachen kombiniert mit einem gesunden Lokalpatriotismus.

Besonders ist mit der traditionsreiche Waldhof Mannheim in Erinnerung gelieben. Waldhof kam nie mit dem potenziellen Hopp-Mäzen klar, dafür der aus der Retorte gebackene TSG. So ein Gaudino wäre in Hoffenheim sowieso im falschen Verein.

Leave your mustard

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