DEL bringt die „Schwalbenliste“

Aufs Eis hechten und sich über ein Tor freuen kann man machen, muss man aber nicht. Ohne Grund auf gefrorenen Wasser herumschlittern und liegenbleiben ist im Eishockey Code of Cool verboten.

Das hindert natürlich einige nicht daran sich ohne Fremdeinwirkung mit schauspielerischen Fähigkeiten zu engagieren und sich von dieser Fußballkrankheit anstecken zu lassen.

Mit einem weiteren Schritt nach vorne führt die Deutsche Eishockey Liga (DEL) eine Schwalbenliste, samt Geldstrafen, für den schnellsten Mannschaftssport der Welt ein.

„Ein System, das unsportliches Verhalten in Form von ‚Schwalben‘ oder vorgetäuschten Verletzungen erkennt und sanktioniert, ist da ein weiterer und wichtiger Schritt“, sagte Jörg von Ameln, Leiter Spielbetrieb der DEL.

via sport.de

Eisbären wieder im Fuchsbau


sprade.tv übertragt das Testspiel der neuen Liga-Partner live

Damals, in der kleinsten Liga der Welt, hieß es immer wieder Dynamo gegen Dynamo. Heute um 19.30 Uhr ist es wieder soweit, jetzte sind es die Eisbären gegen die Füchse im ersten Testspiel der Saison.

Die einstigen Dauerrivalen sind ab der Spielzeit 2017/18 Kooperationspartner. Nachwuchstalente der Eisbären, für die der Einsatz in der DEL zu früh ist, können in der 2. Liga Spielpraxis sammeln. Anders rum lassen sich natürlich Füchse auch für die Eisbären empfehlen.

Wer die jungen Talente scouten will, für den hat sprade.tv das wohl beste Live-Streaming Angebot einer zweiten Liga in Deutschland.

Offense wins games


Überzahl Statistik der Eishockey WM 2017. Stand 11.5.2017

An starken Torhütern mangelt es auf Weltniveau in Deutschland selten, ob Greiss, Grubauer oder Kölzig. Ich kann mich gut an meinen College-Trainer in Vermont erinnern der „defense wins games“ als Lebenselixir predigte. Mittlerweile glaube ich, dass Powerplay auch Spiele gewinnt und die Nationalmannschaft zur Heim WM sogar bei der Effizienz in Überzahl vor Kanada steht. Eine gesunde Portion offensives und effektives Selbstbewusstsein wirkt Wunder, mit Draisaitl als Verstärkung, auch beim 5 gegen 5.

Wir sind Eishockey

Passend zum Start der Heim WM, die am 5.5. gegen die USA startet, legt der DEB die Online-Kampagne „WIR SIND EISHOCKEY“ auf um den Einstieg in die schnellste Mannschaftssportart der Welt zu erleichtern und Begeisterung dafür zu entfachen, vor allem für den Nachwuchs.

Schön zu sehen, dass der DEB sich die Mühe macht im weltweiten Internetti mehr als nur News-Items zu verfassen, denn am Nachwuchs haperts am meisten und die Zielgruppe findet sich eher im WWW.

Auf der Kampagnenseite fehlen für mein Geschmack noch einige Vereine auf der Karte und die Socials des DEB sind etwas kryptisch in der Bezeichnung. Schwach auf der Brust sind auch die bisherigen Inhalte auf der Seite, das kann aber noch werden.

Das Logo gefällt und die Idee der Kampagne ansich: ein digitales Zuhause für alle Vereine zu bieten und für potenziell Interessierte. Wenn deutsche Medien schon nur partiell berichten und an einer Überdosis Füßeln leiden, kann ich zumindest Jochen Sprentzel empfehlen und nochmal auf bisherige WM Weltrekorde hinweisen.

Overtime-Kharma des Uwe Krupp


Ist dreimal Overtime spielen und dreimal gewinnen mehr als Glück? Auf die gestrige Frage des Reporters nach dem Sieg der Berliner im alles entscheidenden siebten Spiel antwortete Uwe Krupp:

Er hat als Spieler der NY Islanders gegen die Montreal Canadiens gespielt und die Habs haben 10 Overtime-Games hintereinander gewonnen und danach den Stanley Cup geholt. Zum Sieg gegen die mindestens ebenbürtigen Mannheimer kann er nicht sagen ob es Glück oder kein Glück war, es war auf jeden Fall eine gute Serie.

Ich würde sagen, dass Uwe einiges an Overtime-Kharma angesammelt hat, als Nummer 4 der Avalanche und Trainer der Eisbären.

Das Wunder von der Küste

Bremerhaven erfindet sich neu. Mit dem kleinsten Etat der DEL haben die Neulinge der Liga, die Fischtown Pinguins, in ihrer ersten Saison die Playoffs errreicht und starten heute gegen den ERC Ingolstadt.

Lange war die Stadt im Umbruch. Mittlerweile erfinden sich der Hafen und die Innenstadt neu. Arbeitsplätze sind geschaffen worden, dank der Windenergie und dem Export von Autos. Die Fischtown Pinguins tragen einen stolzen Teil dieses neuen Selbstbewussteins der Hafenstadt.

Beim Wunder von der Küste spielt auch Berlin eine Rolle. Trainer Thomas Popiesch, einst talentierter Spieler beim damaligen Dynamo Berlin und DDR-Republikflüchtling, hat ein Team geformt, dass sogar zweimal beim Meister EHC München gewann.

Bremerhaven ist eine riesige Bereicherung für den deutschen Eishockey. Der Erfolg ist so süß weil mit relativ wenigen Mitteln das beste Resultat erzielt wurde, authentisch und nordisch gelassen.

DEL Winter Game 2017


In Kanada bekommt jeder neugeborene Mensch im Kreissaal einen Schläger und womöglich Schlittschuhe direkt in die Hände gedrückt. Sie leben die Ursprungsform des Eishockey, dem Spielen auf zugefrorenen Wasser in der Natur, gerne auch mit einem Helikopter.

Diesen Samstag kann sich Sinnsheim in die Riege der Winter Classics einreihen. Mit dem mittlerweile dritten DEL Winter Game in Deutschland, der Hommage an die Ursprungsform, spielen die Adler Mannheim und Schwenninger Wild Wings im Stadion der TSG Hoffenheim vor über 30.000 Zuschauern.

Jetzt kommen die goldenen Wüstenritter

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Es ist vollbracht. In der Wüste Nevadas wird nächste Saison Eishockey auf höchschtem Niveau gespielt. Lange wurde spekuliert wie die Mannschaft denn nun heißen soll. Vielleicht die Wüstenfüchse oder gar die einarmigen Banditen? Am Ende sind es die Vegas Golden Knights geworden. Dank des ehemaligen Staatskonzerns haben die goldenen Ritter sogar eine eigene T-Mobile Arena.

Ritter auf Eis gibt es auch woanders, in LondonVermont und Potsdam. Mit den Ice Knights habe ich ganz gute Erfahrungen gemacht, ein Jahr vor Y2K bin ich Meister von dem Ganzen in Nordamerika gewesen, mit der College Mannschaft in Vermont.

Der Besitzer hat netterweise 500 Millionen Dollar für die Lizenz hingeblättert und wollte erst Schwerter ins Logo packen und Black Knights daraus machen. Das war der NHL zu heikel, es durften auch keine Referenzen zu Vegas als Hauptstadt der Sünde oder zu den Casinos haben. Gold scheint ja auch und lässt sich in Scheine umwandeln. Wenn ich mir die Farben so anschaue, hat es auch ein bisschen was von schwarz, rot und gold.

 

Hey, wir wollen die Eisbären sehen

Die wohl mit Abstand beste Einlaufshow der Welt ist die der Eisbären Berlin: „Hey, wir wollen die Eisbären sehen“ haben die Pudhys für den EHC geschrieben, nur mal so.

Am Samstag ist es wieder soweit, die Eisbären starten ihre Saison in der Champions Hockey League (CHL) gegen die ZSC Lions in der Arena am Ostbahnhof. Der DEL Rekordmeister hat es geschafft aus dem Welli in Hohenschönhausen nach Friedrichshain zu ziehen und jedes Jahr die meisten Zuschauer der Liga ins Stadion zu locken. Auch die Kooperation mit dem Eigentümer Anschutz, dem die LA Kings, die Kicker der LA Galaxy und die Hamburg Freezers gehören, haben die Internationalität und den Wissensaustausch immens gefördert. LA und Berlin sind sowieso schon Schwesterstädte.

Ich hoffe, dass der Trainer Uwe Krupp, Stanley Cup Champion 1996, auf den Erfolg der vergangenen Jahre aufbauen kann und auch im Eishockey-Europapokal die Eisbären nach vorne bringt. Im Sommerinterview ist er mit der Kondition und den Grundlagen der Spieler für die neue Saison zufrieden. Das Trikot für die CHL sieht schon mal ganz schick aus.

Ich will nicht mehr füßeln

Eishockey in Deutschland ist immer noch ein Schatten seiner selbst. Nicht nur sportlich, auch finanziell. Der Deutsche Eishockey Bund (DEB) bringt es fertig nach einer erfolgreichen Heim-WM in 2010 und sprudelnden Einnahmen, dem Weltrekordspiel vor 77.803 Zuschauern auf Schalke, in die finanzielle Schieflage zu kommen.

Und das obwohl die Entwicklung eigentlich positiv ist. Zuschauerzahlen zeigen nach oben. Leon Draisaitl  ist das größte deutsche Talent seit Jahren und versucht sein Glück aktuell in den USA. Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) ist weltweit die Nr. 3 was die Zuschauer in den Stadien angeht. Direkt hinter dem Fußkontaktsport lockt Eishockey die meisten Zuschauer in die Hallen Deutschlands. Und wenn es sein muss, kommen zu einem Lokalderby zwischen der Düsseldorfer EG und den Kölner Haien mal eben 51.125 Eishockey Fans ins Stadion.

Es wird Zeit, dass sich das Interesse der deutschen Fans am Eishockey in sportliche und finanzielle Erfolge umsetzen lässt. Es wird auch Zeit, dass der Fußkontaktsport, quasi deutscher Ersatznationalstolz, aus der Dauerschleife von Berichterstattungen und Talkshow-Analysen sich um den eigenen Kreis heraus dreht und Eishockey seinen Platz in der Aufmerksamkeitsökonomie einnimmt. Entwicklungshilfe kommt jetzt von der Telekom und Sport 1. An anderer Stelle gibt unser heißgeliebter öffentliche-rechtliche Rundfunk Geld für das „Musikantenstadl“ oder „Das große Schlüpfen“ aus und verschwendet kostbare Sendezeit für eine alternde Zielgruppe.

Wenn Eishockey so viele Menschen in die Stadien locken kann, lassen sich bestimmt mehr junge Menschen inspirieren, die schnellste und härteste Mannschaftssportart der Welt zu lernen um irgendwann den ersten WM-Titel klar zu machen, Olympia Gold zu holen oder die DEL Meisterschaftsschale in der Hand zu halten. Ich bin guter Dinge, wir stehen am Anfang.