Hey, wir wollen die Eisbären sehen

Die wohl mit Abstand beste Einlaufshow der Welt ist die der Eisbären Berlin: „Hey, wir wollen die Eisbären sehen“ haben die Pudhys für den EHC geschrieben, nur mal so.

Am Samstag ist es wieder soweit, die Eisbären starten ihre Saison in der Champions Hockey League (CHL) gegen die ZSC Lions in der Arena am Ostbahnhof. Der DEL Rekordmeister hat es geschafft aus dem Welli in Hohenschönhausen nach Friedrichshain zu ziehen und jedes Jahr die meisten Zuschauer der Liga ins Stadion zu locken. Auch die Kooperation mit dem Eigentümer Anschutz, dem die LA Kings, die Kicker der LA Galaxy und die Hamburg Freezers gehören, haben die Internationalität und den Wissensaustausch immens gefördert. LA und Berlin sind sowieso schon Schwesterstädte.

Ich hoffe, dass der Trainer Uwe Krupp, Stanley Cup Champion 1996, auf den Erfolg der vergangenen Jahre aufbauen kann und auch im Eishockey-Europapokal die Eisbären nach vorne bringt. Im Sommerinterview ist er mit der Kondition und den Grundlagen der Spieler für die neue Saison zufrieden. Das Trikot für die CHL sieht schon mal ganz schick aus.

#weilwirdichlieben

„Berlin hat etwas von einer Utopie. Niemand muss sich auf eine Identität festlegen, und doch zählen alle Geschichten“ – Deniz Utlu

So auch die #weilwirdichlieben Kampagne der BVG. Eine charmantere Herz und Schnauze Kampagne inklusive Tweets, Likes, Artikeln im Mainschtream, auf tumblr, Kino-Spots und Blogbeiträgen kann sich die BVG nicht wünschen. Und sie passt  zum Lebensgefühl der Stadt, denn auch die BVG hat keine Sperrstunde. Bastian Koch nennt es kalkulierten Bashtag. Gerade für einen Verkehrsbetrieb, die Mobilitätsader der Hauptstadt, der die Geduld der Mitfahrer fordert ist es konsequent den Dialog einfach fahren zu lassen.

Mit dem Kontrollverlust zu spielen und sich auf Schnauze-Feedback einzulassen ist mutig. Davon können sich so einige Kontrollfreaks ein großes Stück abschneiden. Vielleicht hat jemand mal genauer zugehört.

Worldwide Berlin

Die Welt tried to reach a global audience in English with Berlin Worldwide back in 2000. I was part of the attempt as a journalist and was able to write about Berlin’s early, concious commercialism seeds. Tomorrow, Worldwide Berlin, a web documentary, will launch to connect the different Berlins on planet earth, a beautiful idea.

Upcycling Sneakers aus Afrika

Ist dir beim Kauf von Turnschuhen egal, dass sie in Vietnam für Äpfel und Eier hergestellt werden? Unterstützt du gerne die Aktieninhaber von Nike und Adidas? Wenn ja, dann ist Gutta Soles nichts für dich. Wenn du aber Arbeitsplätze in Afrika schaffen willst, Teilhaber eines eigenständigen Crowdfunding-Projekts sein und dabei unseren blauen Planet schonen willst, dann hast du bis zum 14. November Zeit dies zu tun.

„Gutta Soles ist nicht nur ein Modestatement, unsere Schuhe sollen Menschen helfen sich selbst zu helfen. Gutta Soles kombiniert aktuelle Mode, recycelte Materialien und soziale Verantwortung und schafft somit ein einzigartiges, langlebiges Produkt. Jedes Paar Schuhe wird unter Verwendung aufgearbeiteter Stoffreste und Altreifen handgefertigt. Die Fertigkeiten unsere Schuhmacher entspringen einer langen Tradition von afrikanischem Kunsthandwerk und finden Anwendung in unserem Produkt, welches wir exportieren, um die Menschen und die Gemeinden vor Ort zu unterstützen“.

 

Mittendrin statt nur dabei

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Das letzte Hurra vom C/O Berlin auf dem Dach des Postfuhramts.

Der Klub der Republik in der Pappelallee war der letzte Ort im mittlerweile funktionsjackendichtem, Bioüberdosis geplagt, umgeben von ganzen Schwaben, halben Bayern und internationalen Sinnsuchern des anderen Lebens, im nunmehr besetzten Prenzlauer Berg.

Das Gefühl des Unfertigen, Widersprüchlichem, Ostalgischem, dem Nächtlichem ungewissen Abenteuer, der „alles ist möglich“ Nachwendezeit ist grauem Wohnungsbau, Angebote von heilenden Holzinstrumenten, überteuerten Kinderwagen, äußerlicher Anpassung und zugezogener Stille nach 22 Uhr gewichen.

Menschen aus den Städten der Republik fragen sich ob und was überhaupt fertig oder ausgetauscht wird: Die ungeputzten Wände oder die gebrauchten Sessel im Café? Andere wundern sich über die entspannte Beziehung mit dem Unfertigen, dem Lauten oder leisen Anderssein. Den Respekt dafür Träume zu leben, abseits von materiellen Zielen sich neu entdecken ohne soziale Zwänge.

Ich glaube die größten Missverständnisse der letzten Jahre sind die Sehnsüchte nach Ordnung im Unfertigen. Mitten in Berlin aber bitte mit Kehrwoche. Mitten im Multikulti aber bitte nur Biodeutsche. Mitten in Kreuzberg aber mit Balkongarage. Mitten in der Weltstadt aber mit Provinzgeist: „You can take the girl out of the country, but you can’t take the country out of the girl“.

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Jeder Mensch hat Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Jeder kann sich frei in der Hauptstadt vernetzen. Jeder kann sein eigenes Berlin finden. Auch Menschen mit teuren Taschen oder Logos auf Hemden, die sich gerne über oberflächliche Äußerlichkeiten definieren und sich über andere stellen.

In kleinen Sippschaften ist es einfacher sich über das Oberflächliche zu definieren weil es weniger zu vergleichen gibt und man sich sowieso ähnlicher ist. Der soziale Druck der Anpassung ist höher. Der Wunsch seinen inneren Kern zu finden niedriger. Prenzlauer Berg mutiert zu einem Bezirk der mittendrin ist aber an kultureller Bedeutung und Originalität viel verloren hat.

Ich mache mir leichte Sorgen um den Mauerpark, der letzte Ort im einstigen Arbeiterbezirk wo es keine Nachtruhe gibt und ein Hauch von „alles ist möglich“ weht. Sobald die Randbebauung fertig ist sind Klagen von sich abgrenzenden Lärmspießern sicher.

Zum Glück sind die Stärken dieser einst geteilten Stadt mauerlos: Die Offenheit sich unkritisch aufs Neue einzulassen, sich immer wieder mit anderen Menschen auseinandersetzen, das Gegensätzliche zu umarmen, das Direkte, Großzügige, Ehrliche, Freche, Tolerante sowie Solidarische. Einfach zu sein. Die freie Kultur. Umsonst. Der Holzmarkt. RAW Tempel. Panke. Die Eisbären. Der Plänterwald, alles wird gut.

Kreuzberg lebt!

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Geboren sind sie aus freier Vernetzung von mehreren Kreuzberger Freundeskreisen. Das erste Mal habe ich Basement Funk Orchestra (BFO) auf dem Karneval der Kulturen gehört und war von der positiven Energie der Band sofort inspiriert als ich von der U-Bahn Station Südstern die Treppe hoch lief und der Basement Funk live war. Ein bisschen Hip Hop, Funk, Punk und Jazz. Mit dem Lead-Rapper Joschka habe ich gesprochen.

sto: Wie habt ihr euch als Band gefunden?

Joschka: Wir sind eher ein Zufallsprodukt, ein Zusammenschluss aus dem Freundeskreis mit Connections über zwei bis drei Ecken und es sind eher ungeplant Leute dazu gekommen. Energetisch hatten wir von Anfang an ein gutes Level, sind organisch gewachsen und es hat immer Spaß gemacht. Der „Auftakt Bandcontest“ in Tempelhof war unser 2. Konzert bei dem wir den Preis als Publikumsliebling gewonnen haben.

sto: Was bedeutet Berlin für euch?

Joschka: Es ist der Geburtstort der Band, unsere Heimat, wir haben ein großes Netzwerk an Leuten hier, offene Musiker. Wir haben schon vier Mal auf dem Karneval der Kulturen gespielt und in 2012 den Berlin Music Award gewonnen. Unser Song „Pulverfass“ ist eine Momentaufnahme Berlins, auch vom alten Berlin, den ein Großteil wohnt nicht mehr in Kreuzberg.

sto: Wie nutzt ihr das Internet zum Vertrieb der Musik?

Joschka: Für das Debutalbum haben wir eine GbR gegründet, einen eigenen Shop auf unserer Homepage eingerichtet, verkaufen digital via bandcamp und unterstützt durch Destiny Records, die uns auf den größeren Plattformen vertreiben. Wir nutzen auch iTunes und Facebook um Pulverfass bekannter zu machen. Außerhalb von Berlin ist das Internet, auch in Blogs wie bei dir, unser Sprachrohr.

sto: Beim Endzeitmodus, mittlerweile schon drei, bringt ihr befreundete Musiker im S036 auf die Bühne. Was macht das Set besonders?

Joschka: Es geht uns darum was gemeinsames zu machen, ein großes abgestimmtes Set auf die Beine zu stellen und die Kompromissbereitschaft der Musiker zu zeigen. Wir wollen uns auch gegenseitig promoten und Netzwerken. Nach dem Live-Set gibt es natürlich noch eine Party.

sto: Wollt ihr mit eurer Musik etwas bewegen außer dem Tanzbein?

Joschka: Wir waren 2012 auf dem Klimafest in Marzahn und ich habe dafür das Lied „Abschalten“ geschrieben. Die Songs sollen auch zum Nachdenken anregen, aber nicht ausschließlich und gleich mit der Tür ins Haus fallend. Wir hatten auch ein Auftritt im Flüchtlingscamp am Oranienplatz und wollten unsere Unterstützung auch musikalisch zeigen.

sto: Wohin soll eure Reise in 2014 gehen?

Joschka: Endzeitmodus #3 mit Laas Unldt., Liquit Walker und Damian Davis war unser gelungener Abschluss für das Jahr 2013. Wir konzentrieren uns seitdem auf unsere anderen Musikprojekte und der ein oder andere der nebenbei studiert hat, macht das jetzt hauptberuflich. Wir tanken jetzt wieder neue Inspiration und jeder macht das was er am liebsten tut: Musik.

German Garment ist dann mal Offline


German Garment Store

Unweit von American Apparel eröffnet demnächst der erste German Garment Laden im Touri-Shoppingquartier Mitte. Laufkundschaft gibts in Wedding oder Moabit aber auch, naja.

Trigema tuts schon immer, Textilien Made in Tschermani. Mit Schweighöfer und Winterscheidt als Gesichter des relativ neuen Modelabels German Garment, eröffnet am 22. März, 2013 ihr erster Offline-Laden in der Weinmeisterstraße 2 in Berlin: Die Textilien sind alle bio, fair und natürlich totally Tscherman, unbiederer als Trigema, gekoppelt mit einem modisch souveräneren Akzent als AA aus LA.

Wenn schon das T-Shirt „No one reads your fucking blog“ ein heimlicher Renner im Online-Shop ist, umso konsequenter, dass GG keinen eigenen Blog hat. Die Apparelisten sind zumindest auf Tumblr, was als Blog nur halb durchgeht. Mal sehen ob sich deutsche Medien auch in ein lokales Produkt verlieben, wie in den Softporno aus der Stadt der Engel.

The Greateast Berlin

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Und noch ein Magazin gibts für Berlin, diesmal mit Hilfe des Intro Verlags: Greatest Berlin. Soll 35k mal gedruckt werden und an 3k verschiedenen Orten kostenlos ausliegen. Neuer Wein in alten Schläuchen? Zitty, Tip, 030 und Exberliner sind schon etwas länger in der Hauptstadt. Bloggerin Stil in Berlin, die PBN oder Sugarhigh als Newsletter sind auch berlinophile. Viel Glück im Aufmerksamkeitsökosystem Börlins.