Wir sind Eishockey

Passend zum Start der Heim WM, die am 5.5. gegen die USA startet, legt der DEB die Online-Kampagne „WIR SIND EISHOCKEY“ auf um den Einstieg in die schnellste Mannschaftssportart der Welt zu erleichtern und Begeisterung dafür zu entfachen, vor allem für den Nachwuchs.

Schön zu sehen, dass der DEB sich die Mühe macht im weltweiten Internetti mehr als nur News-Items zu verfassen, denn am Nachwuchs haperts am meisten und die Zielgruppe findet sich eher im WWW.

Auf der Kampagnenseite fehlen für mein Geschmack noch einige Vereine auf der Karte und die Socials des DEB sind etwas kryptisch in der Bezeichnung. Schwach auf der Brust sind auch die bisherigen Inhalte auf der Seite, das kann aber noch werden.

Das Logo gefällt und die Idee der Kampagne ansich: ein digitales Zuhause für alle Vereine zu bieten und für potenziell Interessierte. Wenn deutsche Medien schon nur partiell berichten und an einer Überdosis Füßeln leiden, kann ich zumindest Jochen Sprentzel empfehlen und nochmal auf bisherige WM Weltrekorde hinweisen.

Das Wunder von der Küste

Bremerhaven erfindet sich neu. Mit dem kleinsten Etat der DEL haben die Neulinge der Liga, die Fischtown Pinguins, in ihrer ersten Saison die Playoffs errreicht und starten heute gegen den ERC Ingolstadt.

Lange war die Stadt im Umbruch. Mittlerweile erfinden sich der Hafen und die Innenstadt neu. Arbeitsplätze sind geschaffen worden, dank der Windenergie und dem Export von Autos. Die Fischtown Pinguins tragen einen stolzen Teil dieses neuen Selbstbewussteins der Hafenstadt.

Beim Wunder von der Küste spielt auch Berlin eine Rolle. Trainer Thomas Popiesch, einst talentierter Spieler beim damaligen Dynamo Berlin und DDR-Republikflüchtling, hat ein Team geformt, dass sogar zweimal beim Meister EHC München gewann.

Bremerhaven ist eine riesige Bereicherung für den deutschen Eishockey. Der Erfolg ist so süß weil mit relativ wenigen Mitteln das beste Resultat erzielt wurde, authentisch und nordisch gelassen.

DEL Winter Game 2017


In Kanada bekommt jeder neugeborene Mensch im Kreissaal einen Schläger und womöglich Schlittschuhe direkt in die Hände gedrückt. Sie leben die Ursprungsform des Eishockey, dem Spielen auf zugefrorenen Wasser in der Natur, gerne auch mit einem Helikopter.

Diesen Samstag kann sich Sinnsheim in die Riege der Winter Classics einreihen. Mit dem mittlerweile dritten DEL Winter Game in Deutschland, der Hommage an die Ursprungsform, spielen die Adler Mannheim und Schwenninger Wild Wings im Stadion der TSG Hoffenheim vor über 30.000 Zuschauern.

Jetzt kommen die goldenen Wüstenritter

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Es ist vollbracht. In der Wüste Nevadas wird nächste Saison Eishockey auf höchschtem Niveau gespielt. Lange wurde spekuliert wie die Mannschaft denn nun heißen soll. Vielleicht die Wüstenfüchse oder gar die einarmigen Banditen? Am Ende sind es die Vegas Golden Knights geworden. Dank des ehemaligen Staatskonzerns haben die goldenen Ritter sogar eine eigene T-Mobile Arena.

Ritter auf Eis gibt es auch woanders, in LondonVermont und Potsdam. Mit den Ice Knights habe ich ganz gute Erfahrungen gemacht, ein Jahr vor Y2K bin ich Meister von dem Ganzen in Nordamerika gewesen, mit der College Mannschaft in Vermont.

Der Besitzer hat netterweise 500 Millionen Dollar für die Lizenz hingeblättert und wollte erst Schwerter ins Logo packen und Black Knights daraus machen. Das war der NHL zu heikel, es durften auch keine Referenzen zu Vegas als Hauptstadt der Sünde oder zu den Casinos haben. Gold scheint ja auch und lässt sich in Scheine umwandeln. Wenn ich mir die Farben so anschaue, hat es auch ein bisschen was von schwarz, rot und gold.

 

Ich will nicht mehr füßeln

Eishockey in Deutschland ist immer noch ein Schatten seiner selbst. Nicht nur sportlich, auch finanziell. Der Deutsche Eishockey Bund (DEB) bringt es fertig nach einer erfolgreichen Heim-WM in 2010 und sprudelnden Einnahmen, dem Weltrekordspiel vor 77.803 Zuschauern auf Schalke, in die finanzielle Schieflage zu kommen.

Und das obwohl die Entwicklung eigentlich positiv ist. Zuschauerzahlen zeigen nach oben. Leon Draisaitl  ist das größte deutsche Talent seit Jahren und versucht sein Glück aktuell in den USA. Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) ist weltweit die Nr. 3 was die Zuschauer in den Stadien angeht. Direkt hinter dem Fußkontaktsport lockt Eishockey die meisten Zuschauer in die Hallen Deutschlands. Und wenn es sein muss, kommen zu einem Lokalderby zwischen der Düsseldorfer EG und den Kölner Haien mal eben 51.125 Eishockey Fans ins Stadion.

Es wird Zeit, dass sich das Interesse der deutschen Fans am Eishockey in sportliche und finanzielle Erfolge umsetzen lässt. Es wird auch Zeit, dass der Fußkontaktsport, quasi deutscher Ersatznationalstolz, aus der Dauerschleife von Berichterstattungen und Talkshow-Analysen sich um den eigenen Kreis heraus dreht und Eishockey seinen Platz in der Aufmerksamkeitsökonomie einnimmt. Entwicklungshilfe kommt jetzt von der Telekom und Sport 1. An anderer Stelle gibt unser heißgeliebter öffentliche-rechtliche Rundfunk Geld für das „Musikantenstadl“ oder „Das große Schlüpfen“ aus und verschwendet kostbare Sendezeit für eine alternde Zielgruppe.

Wenn Eishockey so viele Menschen in die Stadien locken kann, lassen sich bestimmt mehr junge Menschen inspirieren, die schnellste und härteste Mannschaftssportart der Welt zu lernen um irgendwann den ersten WM-Titel klar zu machen, Olympia Gold zu holen oder die DEL Meisterschaftsschale in der Hand zu halten. Ich bin guter Dinge, wir stehen am Anfang.

Go with the Flow

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22 as a Wildcat in 92

I hung onto the boards and made my rounds at the ice rink, kept going around in a circle until skating almost felt safer than walking. That first moment, when I hit the ice as a five year old Falcon, I was immediately hooked, determined to learn how to skate and play the game.

Hockey has been one of the greatest teachers in my life. I learned how to appreciate camaraderie, what it means to be part of a team. I learned how to accept defeat, acknowledge a stronger performance from the competition, only to learn and grow from defeat. I took my fair share of hits on the ice, coupled with a few cuts and bruises, only to get back up stronger than before. It taught me that speed can be graceful. I remember a hockey school coach who talked a lot about read and react, to anticipate a play ahead of time, taking action when it matters, being ready when the moment arrives, without thinking.

As a 14 year old in high school, I consciously experienced action without thinking for the first time, it was the strongest flow moment in my life so far. As a Wildcat, we played our biggest rival in the league, for the NY sound shore crown. The game was broadcast on local am radio, our principal was there and 800 people in the bleachers. I scored two goals as a 14 year old freshman, in the first offensive line, with two 18 year olds. We won 2 to 1.

Every stride, every pass, every shot, hit and shift was in sync with my body and mind. The radio host kept asking who this German kid is. I had potential of going further, to the bigger leagues, become a full time pro, but my path ended there, my focus as a teenager was somewhere else. I started playing again in college.

My biggest success with a team was the NCCA national championship in 1999. I had a solid year. I was on the title page of the sports section, in the local Vermont newspaper. The picture was taken right after I scored, my hands up in the sky, the headline read „The Biscuit is in the Basket.“

I played pro for two years in the 3rd division for the Beach Boys. My personal highlight was playing in front of 4.000 fans against the Berlin Capitals, in the now defunct Deutschlandhalle for a spot in the 2nd division. With the Beach Boys, I was happy to have played for the greatest coach in my career, one who gave me the opportunity to play pro.

Hockey without injuries ain’t hockey. I tore my ligaments, was blessed with around ten stitches in my face and partially lost two teeth. And a good chunk of bruises not worth mentioning. I’d say overall, I’m pretty lucky.

Albeit, it’s time to hang up my skates, I feel it, even though I was still fit to play in semi-pro leagues the past couple of years. I need to leave the game. You’ll see me playing pick up with friends or skating on the frozen ponds of this world, still feeling safer on skates than by foot.

I’ll miss the fans and former team mates, as well as the people who are the social glue of any club, who fill up the water bottles, show up to every practice and game, bring home brewed coffee and food to each ice time. And I have to thank my mom for being patient and supportive, who drove me to practice as a kid and knows how much hockey means to me.

In the meantime, I’ll continue my search for flow moments, to sync body and mind, only to get up with speed, grit and grace.