Probleme ehrlich ansprechen!

Und dann natürlich die Erfolgsrezepte. Zum Beispiel: Probleme ehrlich ansprechen! Mitarbeiter und Öffentlichkeit mit der Realität konfrontieren! Das ist die Ausgangslage, um einen Dialog zu starten und die Veränderungsbereitschaft zu wecken. Oder: Wenn etwas gut läuft, schau aus dem Fenster und frage dich, warum du soviel Glück gehabt hast! Und schau in den Spiegel, wenn etwas schlecht gelaufen ist! Menschen und unter diesen natürlich auch Manager neigen dazu, es genau umgekehrt zu tun.

Das sind mehr als weise Worte von Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender der Telekom, auf die Frage welches Buch ihn inspiriert habe: Es ist „Good to great“ von Jim Collins. Das Ganze ist in der neuen, gedruckten Wirtschaftswoche zu lesen und noch nicht im WWW zu finden, einen Tag nach der Offline-VÖ (Update: sondern fünf Tage danach).

Menschen und Manager neigen zur Realitätsferne, gerade wenn es mal schief läuft wird gerne geduckt und ungern Verantwortung übernommen. Sehr en vogue ist das Schweigen. Wir unpolitischen Deutschen lassen uns eine Fiktion der Verantwortung erzählen. Guck mal, ich bin total lieb und kümmere mich um euch, bin nämlich auch ein Opfer der Handy-Überwachung! Angela Merkel ist unser aller alternativärmstes Vorbild.

Was so manche Wirtschaftsbücher angeht bin ich immer wieder überrascht welche Oberflächlichkeit der Erkenntnisse dominiert. Ich würde mich auf jeden Fall mal mit der Realität auseinandersetzen oder einen Dialog starten. Fang was an, es kann zu etwas führen!

70% ist wie du aussiehst

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Hast Du mal ’nen stern? Um neue Gelegenheitskäufer am Kiosk zu finden und auf den heutigen Relaunch aufmerksam zu machen, gibts ihn für 1 Euro, wobei die ersten 10.000 Abonennten ihn für 52 Euro im Jahr bekommen. Mein Eindruck: Vertrautes neu verpackt ohne dabei die Inhalte zu verändern oder gar die Zielgruppe zu erweitern.

Für mich ist der stern eine Art Fernehersatz, leichte Printkost ohne den Journalismus zu vernachlässigen, einem souveränen Fotografiefokus und dem Interesse an Menschengeschichten in Interviews, Reportagen oder dem Klassiker „Was macht eigentlich?“ auf der letzten Seite. Er ist Mainstream ohne so wirklich bieder zu sein. Das Tagesaktuelle ist schon längst digital, mit ihnen die Fakten, Fakten, Fakten. Nur, stern.de ist eine austauschbare, tagesaktuelle Nachrichtenseite. Ich habe mich zufällig zwei Mal dort verloren und kam nie wieder. Und im Mobilen sehe ich in meiner persönlichen Nutzung keinen nennenswerten Grund digital zu wischen und tippen.

Denn das haptische Umblättern, ohne dabei zum nächsten Klick verführt zu werden, fokussiert das Leseverhalten und erlaubt es Fotografie intensiver zu bewundern, in Zeiten von Data Vader, ein Hort der Privatsphäre: Das ist die Stärke von gedruckten Medienerzeugnissen und ist beim Relaunch geglückt. Die neuen Schriften wirken zeitgemäßer und die Aufteilung des Corpus in Kopf, Herz und Bauch macht ihn sympathisch.

Um neue Leser zu gewinnen fehlt meines Erachtens ein neuer inhaltlicher, konzeptioneller Ansatz. Die Titelgeschichte über einen liebenden Pfarrer ist bieder to the core. Wir werden genügend von der Kirche ungewollt in unserem Nachrichtenfilter informiert: Papstwahl, Pädophile oder je nach Saison die Jugendtage. Es regiert in Tschermani eine Partei mit einer Religion in ihrem Namen, viele hätten sicherlich etwas gegen eine Islamisch Demokratische Union einzuwenden. Offen, modern und der Zukunft zugewandt sieht anders aus. Nicht zu vergessen, die Kirchensteuer wird weiterhin munter über die Lohnsteuer abgewickelt. Wir schreiben das Jahr 2013, Staat und Kirche sind nicht getrennt. Es gibt andere Themen als einen Pfarrer der außer Gott seine Frau liebt.

Ich sehe fast keine Vernüpfung zu den digitalen Angeboten des stern. Ich sehe eine 10-seitige, teure Mercedes Werbung, die nichts aussagt und Image-Ego ist. Ich sehe keine Ansprache der jüngeren Zielgruppe. Ich sehe keine Inhalte, die Off- und Online verknüpfen oder über diese Welt berichten. Mit einem Relaunch-Werbebudget in zweistelliger Millionenhöhe, Berater, die aus den USA einfliegen und hunderte von Augen, ist die neue Verpackung ganz nett, aber das sind ja alle. Merkwürdig ist, dass der stern das Bloggen so gut wie garnicht lebt, schade, ein Fotografieblog der mit dem Gedruckten spricht ist so einfach, Verpackung ist eben wichtig, davon kann Eddie Izzard ein Lied singen.

Works that Work

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Peter Bilak, in an interview with Magculture on the roll out of his new reader funded magazine Works that Work.

What are you most excited by about the launch issue of Works That Work?

It’s being shipped right now to the readers, so it’s great to hear from them. Our readers fully funded the project, so they feel it’s ‘their’ magazine, and are generous about the feedback. They are great — they write what they think, suggesting topics, but also help us to distribute the magazine. Good to have them so involved in the project.

I think the Editorial Statement is solid, and with only 10% reserved for advertising, it offers sufficient space for reflection and focus.

We are interested in the manifestations of unexpected creativity. Perceptive, lucid, patient. Practical, positive, detached from artists’ egos, searching the globe to bring you just works that work.

Digital Tricks That Originated on the Printed Page

The exhibit, Print/Out, is a major retrospective of the last two decades of print art — a medium that is at its core about „replication,“ the duplication of a work, whether on an inked-up letter press or a laser-jet printer. The works of the exhibit serve to remind us that replication is not a child of the digital age. While „copy“ and „paste“ may be the most basic of computer tricks, their analog names did not come out of nowhere. Printmaking has always been about art that can be replicated — and the manipulation that makes each iteration new.

via The Atlantic