Musik mit Haltung

Denn wir gelten für die Medien als moralisches Gewissen. Narrenfreiheit bei der Industrie, man lädt uns gerne ein. Auf die Quotenrebellen kann sich jeder irgendwie einigen. Ein bisschen frech, aber schlau und so witzig und politisch. Und man schmückt sich mit uns, denn man gibt sich kritisch.

Es gibt so wenige Bands, die dem laschen, unpolitischen oder konservativen Mainschtream etwas entgegenzusetzen haben. Einer der wenigen ist die Antilopen Gang, sie stehen für positive Veränderungen und sind außerhalb ihrer Texte aktiv,  verfolgen ein größeres Ziel als nur auf der Bühne zu stehen. Wen das motiviert, der kann sie sich Morgen beim Zusatzkonzert in der Columbia Halle inspirieren lassen.

Auch BSMG, einer Koop zwischen Ghanaian Stallion x Musa x Megaloh, zeigen mit Jesse Owens wie die Haltung des Athleten seit 1936 anhält. Er hat gegen so viel Rassismus, in den USA und Deutschland, Widerstand geleistet und dabei vier Goldmedaillien in Berlin gewonnen.

Gerade jetzt sind Musiker mit inneren, progressiven Haltungen wichtig; damit meine ich keine kurzfristigen, unglaubwürdigen PR Verblendungen, nur weil es heute gerade passt.

Ich zeige meine Haltung wie der Bruder Jesse Owens. 1, 2, 3, 4. Jesse o, Jesse.

Trump ist kein Punk

„Leute, die sagen, es gäbe keinen politischen Punk, gehen nicht zu kleinen Shows in ihrer Gegend. Viele beißen sich richtig fest – etwa UI/UX, eine kleine Band aus San Francisco.“ – Jello Biafra

via Thomas Salter

Room for nouvellistes à la bouche

„City’s green spaces were used for group meetings where nouvellistes à la bouche carefully maintained pipelines of information and others collected around a single well-informed individual – the bonhomme.“ (Stephens, 1997, pg 35).

I’ve been wondering how we can rediscover those green spaces in the city, where well-informed individuals actually do know, weigh in and listen, as opposed to those who unknowingly redistribute fake news, focus on inconsequential fluff or are better at crying for attention.

When listening to Obama’s last press conference this year, it dawned on me that the bonhomme will be harder to find in 2017. Albeit, I do have hope, because punk would have never been so strong without the politics of Thatcher.

Stephens, M. (1997). A History of News. Orlando: Harcourt Brace.

 

Ambiguität is the real punk

das-ende-des-zufalls
In 2013 sind noch nie wie zuvor so viele Daten in der Menschheitsgeschichte gesammelt worden: 4.5 Milliarden Terrabytes.

In Santa Cruz löst das Predicitive Policing die Probleme kostengünstiger und effektiver als Menschen. Das letzte Mal als ich dort war wurde ich nach Einbruch der Dunkelheit mit meinem Camper vom Strandparkplatz vertrieben. So finden California Cops heraus, dass bestimmte Verbrechen ansteckend sind und sich vorhersagen lassen. Frauen kaufen im 3. Monat sehr wahrscheinlich die gleichen Produkte für ihre Kinder. Krankheiten verbreiten sich dank dem regen Flugverkehr zwischen den globalen Hubs schneller, lassen sich durch Big Data andererseits effektiver eindämmen.

Unser Leben wird berechenbarer. Der freie Wille erklärt nur wenig, eine große Beleidigung der Informatiker an die Menschheit, meint der Foscher Alexander Markowetz. Es besteht Hoffnung für die schon abgeschriebene, punkige Ambiguität: Singuläre Events wird man nie vorhersagen können. Dann kann sich der „Teppich der Ereignisse“ in Berlin weiter ausbreiten.

via Das Ende des Zufalls auf 3Sat (nur bis zum 26.2.2015 in der Mediathek)