elementary OS im Test. Alternative zu Windows und Mac?

Betriebssysteme auf dem PC oder Laptop für die Massen gibt es seit Jahren nur zwei, das wars. Nach all den Jahren des Boris Becker’s “bin ich schon drin?” laufen die meisten Arbeitsrechner auf dem bekannten Fensterchen. Die unsichtbare Hand des Marktes ist ziemlich sichtbar bei nur zwei zur Auswahl.

Abgesehen davon, dass Mac ein ziemlich geschlossenes System ist und maßlos, überteuerte tragbare Telefone verkauft, hat Windows es geschafft mit Virenbefall und UX-Frechheiten sich in der öffentlichen Verwaltung in den Amtsstuben einzunisten. Hinzu kommt, dass beide eine Schaar an Steuersparanwälten beschäftigen und private Daten gerne an die zuständigen Behörden weiter leiten.

Aber es gibt zum Glück weiterhin eine Alternative: Linux. Erst seit kurzem gibt es Linux Distributionen, die sich an den einfachen Anwender richten, dazu gehört auf jeden Fall elementary OS, Linux in einfacher und schöner. Im Terminal lassen sich Befehle hinein kopieren. Programme heißen Apps. Das UX-Design ist mindestens auf Augenhöhe mit Mac und Windows. Dafür lassen sich Kalender zwischen Systemen synchronisieren und du zahlst soviel du willst. Ich habe elementary OS seit gut einem halben Jahr auf meinem PC und Laptop laufen und bin komplett befreit von Mac und Windows.

Wenn ihr elementary ausprobieren wollt, kann ich euch ein paar Erfahrungen mit auf den Weg geben und zeigen wie ihr das auf euren Rechner bekommt. Die aktuelle Version ist elementary OS 6 und leiht sich den Unterbau von Ubuntu 20.04 LTS sowie den aktualisierten sowie modernisierten Betriebssystem-Kernel Linux 5.8. Ich habe elementary OS 5.1.7 Hera laufen und warte auf den nächsten Release nach 6, Enno Park rät von OS 6 ab.

Enno hat einige Punkte, die valide sind aber das pay-what-you-want Modell im App Center von elementary ist ja komplett freiwillig. Und ich finde es total nachvollziehbar Entwickler im App Center von elementary finanziell zu unterstützen und keiner dazu verdonnert wird. Das vorinstallierte Geary Mail ist murks, das stimmt, hier kann ich Thunderbird empfehlen. Fürs Hardcore-Gaming ist es weniger geeignet, obwohl es durchaus einige für Linux entwickelte Spiele gibt, die wunderbar auf elementary laufen, dazu zählt SuperTuxKart. Die visuellen Fehler im Interface kann ich nicht bestätigen, das muss ein 6er Problem sein.

Falls ihr ohne Installation ein ersten Eindruck gewinnen wollt, kann ich den Distro-Test empfehlen, bei dem ihr auf einem virtuellen Rechner elementary OS durchklickt.

Bevor ihr euer Leben verändert, braucht ihr als erstes ein startfähiges, bootfähiges Medium, am Besten ein USB-Stick als Flash Drive und euer Rechner sollte mindestens diesen Anforderungen genügen:

  • Ein aktueller Intel i3 oder vergleichbarer dual-core 64-bit Prozessor
  • 4 GB von dem guten alten RAM
  • SSD (solid state drive) mit mindestens 15 GB Speicherplatz
  • Ja, Internet Zugang!
  • 1024×768 Aufllösung

elementary bietet eine ausführliche Installations Anleitung auf Ihrer Seite an, sogar mit Video sowie eine Auswahl beim bestehenden Betriebsystem deines Rechners. Wenn du noch keine Erfahrungen mit dem Installieren eines Betriebssystems hast, solltest Du etwas Geduld mit bringen, es lohnt sich.

Ich habe mich gegen ein duales System entschieden, ohne Windows oder Mac parallel dazu, falls es doch mal für spezielle Anwendungen nicht reicht. Mir fehlt nichts. Zum Surfen habe ich Chrome, Edge, Brave und Firefox installiert, und kann verschiedene Programme im jeweiligen Browser testen. Dank dem App Store von Linux finden sich eine Reihe von gängigen Anwendungen, wie z.B. Deezer basierend auf electron, was sich einfach im Terminal mit folgenden command installieren lässt.

sudo snap install deezer-unofficial-player

Aber auch Skype, Gimp zur Fotobearbeitung oder Libre Office, alles sehr brauchbare Anwendungen in Linux unter der elementary Haube. Ein kleines Tool was für mich nützlich war ist Elementary Tweaks, hier lassen sich unter anderem die Fenster und Farben nach eigenem Gusto anpassen. Als relativ neuer Linux Nutzer bin ich immer wieder überrascht wie wenig ich vorher über meinen Computer wusste und wie unmündig ich war. Wer noch ein Buch als Einstieg sucht, dem empfehle ich “Linux in a Nutshell”.

Wenn sogar die ISS auf Linux läuft, muss es ja funktionieren. Wer sich die Zeit nimmt um Linux zu lernen ist am Ende glücklicher und unabhängiger, das ist meine persönliche Garantie! Ihr werdet alle eure digitalen Geräte mit anderen Augen sehen und anfangen Probleme selber zu lösen. Das kostet Anfangs mehr Zeit, ist es aber wert. Auch elementary hat seine Macken, aber wenn zu perfekt dann Gott böse.

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