Schalen des Gründergeists

„Der Standort passt zu einem Fintech-Unternehmen: eine Fabrikhalle im rustikalen Kölner Stadtteil Mülheim….Auch wenn die Fabrikhalle und die legere Kleidung der Unternehmensgründer die für die Fintech-Szene typische Aufbruchstimmung vermittelt….wir sind keine ehemaligen Fahrradkuriere mit Kuhfelltaschen.“

Das sind nur ein paar Wörter aus dem Artikel in der FAZ über die digitale Kreditvergabe-Plattform firstwire, in der es fast nur ums Äußerliche geht: Der Bekleidung von sich und anderen, dem Alter, Standort sowie dem Innenraum des Büros – ein oberflächliches Urteilen par excellence.

Es stimmt mich immer wieder traurig wenn Gründer und Redakteure oberflächlichen Merkmalen so viel weiße Fläche schenken. Was verändert firstwire wirklich mit der Plattform? Brauchen wir mehr Schuldenvergabe? Wer sind die Gründer als Menschen? Was ist ihre Finanzierungsstrategie? Haben sie eine Vision oder einen Hund? Wo ist etwas auffällig gekritzeltes an der Wand?

Die Lösungen für den fehlenden Gründergeist in Deutschland liegen meines Erachtens weniger in staatlichen Fördermitteln, Risikokapital, der Vermeidung von Unsicherheitsvermeidungsstrategien oder introvertierten Tüftlern als Vermarktungsgenies.

Es sind die steifen kulturellen Codes der Bürokratie im Kopf: Die Abgrenzung zu Fahhradkurieren, am Alten oder dem Alter festhalten, dem Neuem kritisch gegenüber stehen, dem fehlenden Optimismus, dem Besserwessi und der Glaube, dass ein uniformes Äußeres seriös ist, ein Kapuzenpulli den Träger legerer macht und mittelmäßig kopiert besser als innovativ probiert ist.

Berlin ist anders, das Äußere zählt fast nicht, deine Haltung schon oder du bist gerade auf der Fashion Week.

Winterwunderland Uckermark

Homöopathische Dosen der Homogenität

„Etwas martialisch zu fordern kennt man aus Bayern, aber nicht aus Berlin…Ich habe mich nie an Diskussionen über Quoten und Obergrenzen beteiligt.“ – Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin

Auch wenn unser Berliner Bürgermeister etwas blaß auf der Oberfläche aussieht, den Müller aus Tempelhof würde ich nicht unterschätzen, er steht für den Geist von Berlin als Ort in dem jeder Mensch erst mal willkommen ist. Früher waren es die Hugenotten, feudale Steuerflüchtlinge und heute sogar Amerikaner, die vor Trump oder der Ungerechtigkeit flüchten und ja, Berlin nimmt sogar Menschen aus Oberbayern auf.

Hier steht immer noch „Mach Dein Ding“ auf fast jeder Stirn. Soziale Banden der materiellen Homogenität gibt es nur in homöopathischen Dosen. Es ist ok wenn manche Menschen das vergleichende, anhaftende Gleiche wollen, vielleicht finden sie südlich der Elbe eher Gleichgesinnte.

via Tagesspiegel

DEL Winter Game 2017


In Kanada bekommt jeder neugeborene Mensch im Kreissaal einen Schläger und womöglich Schlittschuhe direkt in die Hände gedrückt. Sie leben die Ursprungsform des Eishockey, dem Spielen auf zugefrorenen Wasser in der Natur, gerne auch mit einem Helikopter.

Diesen Samstag kann sich Sinnsheim in die Riege der Winter Classics einreihen. Mit dem mittlerweile dritten DEL Winter Game in Deutschland, der Hommage an die Ursprungsform, spielen die Adler Mannheim und Schwenninger Wild Wings im Stadion der TSG Hoffenheim vor über 30.000 Zuschauern.

Sure, throw away your ad money

„Ad fraud is estimated to be between 2% and 90%. In other words, no one has a fucking clue. Most knowledgeable people (including the WFA) believe it may easily be 30%. No matter what your „cyber-security team“ tells you, nobody knows how much fraud there is in online advertising. But everyone agrees it’s massive.“

I still don’t understand why clients spend their money with well known tricksters, who care more about cheap automation than human information, oh and kickbacks. Sure, there are efforts to get viewable impressions trackable and credible and Google’s AdSense still makes so much sense, jaa, but too many parts of the interwebs enjoy affinity to money that disappears into cybernirvana or pockets of hot air.

via The Ad Contrarian

 

Boundaries of Compassion

I’m happy to be alive in this time of age. I can live to be over 80 as a man, I can easily access one of the last frontier countries on planet earth, New Zealand, if I want to. I have access to affordable health care and can take paid parental leave for twelve months for my new born child, if I want to. I can choose from an array of media sources on the interwebs to attain the closest account of the truth possible.

I’m impressed about refugees, who arrived in masses last year, getting their first pay checks in their new jobs, which makes me proud, especially as a German. I’m also content about Berlin’s reaction to the fear machine, been there, done that, it’s so 1933.

Even though 2016 has been a mighty dirty dust in the wind, unity is more common than division and those who understand our misperception of being stuck inside our skin, where we outsource happiness to us versus others, are those who hold the light for others.

What we need is more compassion and a whole lotta less fear to fix our problems on planet earth. Yet, we still need clear boundaries of compassion as inspiration for those who are strongly attached to their ego, simply lost in the universe, sleepwalk in daylight with their headphones or pray to superficial signifiers.

Room for nouvellistes à la bouche

„City’s green spaces were used for group meetings where nouvellistes à la bouche carefully maintained pipelines of information and others collected around a single well-informed individual – the bonhomme.“ (Stephens, 1997, pg 35).

I’ve been wondering how we can rediscover those green spaces in the city, where well-informed individuals actually do know, weigh in and listen, as opposed to those who unknowingly redistribute fake news, focus on inconsequential fluff or are better at crying for attention.

When listening to Obama’s last press conference this year, it dawned on me that the bonhomme will be harder to find in 2017. Albeit, I do have hope, because punk would have never been so strong without the politics of Thatcher.

Stephens, M. (1997). A History of News. Orlando: Harcourt Brace.