Annexation of Macrotime


„The path is the goal“ is easier said than done. Being mindful and present is part of that path until one arrives at a destination. The idea of being present is occupied by snaps and apps, where we document our presence all alone even in presence of other people.

When we experience macrotime, the quality of an event is experienced, it’s actualized, yet we are loosing our ability to discover the „event“. The idea is akin to being a tourist rather than a traveller, where we stay in sterile hotels of reclusive relaxation. To engage with local culture means to leave your controlled comfort zone for random discovery, to be curious about other people, to listen and walk down the road not taken.

It seems harder to find that road, too many people document their mundane private moments on social media, giving away their ego for approval along with private data that feeds the stock market. We’re loosing the ability to walk this way and discover the experience of presence in macrotime.

I’ve heard that if you have nothing to hide than what do you have at all? In our streams of digital consciousness, we’re learning how to filter what’s relevant, albeit it’s a whole lotta algorithms that feed us with discovery, only to reflect and repeat same same but not different.

I think we need to annex macrotime, which is even more pertinent in light of your social media accounts being scrutinized when entering other countries.

Skalierung der digitalen Bohéme


Illustration: Susann Massute

In nur 10 Jahren haben sich die freiberuflichen Mikrounternehmer in Deutschland verdoppelt und Berlin bleibt auch deren Hauptstadt. Auf einer PowerPoint Folie lässt sich das super schick darstellen, es wird mal wieder ordentlich skaliert!

Ich war letzte Woche in der Kopenhagenerstrasse und habe mir den Vortrag und die Diskussion zur Lage der digitalen Bohéme angehört. In Anlehnung an das zehnjährige Jubiläum des Buches „Wir nennen es Arbeit“ waren auch die Autoren Friebe und Lobo körperlich und geistig anwesend. Timo Daum reihte seinen Vortrag an seine schriftlichen Gedanken an und fragte uns, ob der Kapitalismus nur seine Krisen besser managed und sich an Stew Albert besinnt:

„Socialism in one person! But that of course is capitalism.“

Timo erwähnte auch Janina Kugel, Siemens Personlachefin, die heutzutage davon redet wie wichtig das Individuum ist und dessen Selbstverwirklichung, denn wer selbstbestimmt arbeitet ist auch produktiver! So finden sich Ideen der digitalen Bohéme in der Sprache eines Corporate-Tankers, die von den flexiblen Arbeitszeitmodellen der Mikrounternehmer gerne etwas abhaben wollen.

In der Geschichte der Arbeit wurde auch die geliebte Margaret Thatcher erwähnt, die dem Punk erst zum Erfolg verhalf und die Ära der Selfishness ins Leben rief, quasi ein Vorbote der Selfie-Sadness und der potenziellen AI-Einsamkeit, zu finden in der filmischen Darbietung von „Her“. Das kapitalistische Subjektivitätsmodell launcht neue Produkte so effektiv wie die Autoindustrie neue SUVs.

Auf die Definition von Arbeit ist in der Diskussion auch eingegangen worden. Wissenschaftlich relativ klar: Arbeit ist Kraft mal Weg. Es kann natürlich ohne einen geldwerten Vorteil entrichtet werden, auch wenn Cash auf dem Konto das gängigste Resultat ist. Schön finde ich Holm Friebe’s Ansatz: Arbeit ist etwas Gutes in der Welt zu hinterlassen ohne dabei zu verelenden. Hier lässt sich im aktuellen Kontext gerne „etwas Gutes“ weiter erkunden.

Denn die Sharing-Economy ist eher fake als gut, sie lässt sich vom Kapitalismus vereinnahmen, ob Uber oder Airbnb, dahinter stecken keine Genossenschaften, die zum Wohle der Gemeinschaft handeln oder die Armut abschaffen wollen. Sie ermöglichen Zusatzverdienste von Mikrounternehmern, die ihre Autos oder Wohnungen zeitabhängig vermieten; wohlwollende Sharing-Eigentümer der Plattformen obliegen den Mechanismen des Risikokapitals und dem Druck der omnipräsenten Skalierung. Und sie schaffen sich ihre eigene, jetzt kommt nochmal Mikro ins Spiel, mikrogranulare Intransparenz.

Dieses Pendeln zwischen großen Strukturen des gleichen Mainstreams und unabhängiger Selbstermächtigung im Kollektiv der Vielfalt ist analog zum Pendeln zwischen Privatem und Öffentlichem, welches Hegel das menschliche Bewusstsein schlechthin nannte. Ich glaube der Fokus sollte in der besseren Vernetzung des Kollektivs der Vielfalt liegen, damit wir der kapitalistischen Selfie-Bequemlichkeit mit einer unabhängigen Sharing-Economy begegnen und Fakten schaffen, die gutes Handeln positiv beeinflusst.

Bonn thinks big locally

Exporting soft culture in form of news publications ain’t that easy for se Germans. But if you think local, small and in the world’s lingua franca, the Bonner General Anzeiger is hitting a spot. It makes sense to do it in Bonn with it’s numerous international institutions, not to mention the UN.

Local integration works better for newcomers if they can get their local news fix. And since many don’t speak German when they arrive or leave, the audience is definitely there. I’m sure the General Anzeiger in English will find more than 25k impressions a month.

via Meedia

Schalen des Gründergeists

„Der Standort passt zu einem Fintech-Unternehmen: eine Fabrikhalle im rustikalen Kölner Stadtteil Mülheim….Auch wenn die Fabrikhalle und die legere Kleidung der Unternehmensgründer die für die Fintech-Szene typische Aufbruchstimmung vermittelt….wir sind keine ehemaligen Fahrradkuriere mit Kuhfelltaschen.“

Das sind nur ein paar Wörter aus dem Artikel in der FAZ über die digitale Kreditvergabe-Plattform firstwire, in der es fast nur ums Äußerliche geht: Der Bekleidung von sich und anderen, dem Alter, Standort sowie dem Innenraum des Büros – ein oberflächliches Urteilen par excellence.

Es stimmt mich immer wieder traurig wenn Gründer und Redakteure oberflächlichen Merkmalen so viel weiße Fläche schenken. Was verändert firstwire wirklich mit der Plattform? Brauchen wir mehr Schuldenvergabe? Wer sind die Gründer als Menschen? Was ist ihre Finanzierungsstrategie? Haben sie eine Vision oder einen Hund? Wo ist etwas auffällig gekritzeltes an der Wand?

Die Lösungen für den fehlenden Gründergeist in Deutschland liegen meines Erachtens weniger in staatlichen Fördermitteln, Risikokapital, der Vermeidung von Unsicherheitsvermeidungsstrategien oder introvertierten Tüftlern als Vermarktungsgenies.

Es sind die steifen kulturellen Codes der Bürokratie im Kopf: Die Abgrenzung zu Fahhradkurieren, am Alten oder dem Alter festhalten, dem Neuem kritisch gegenüber stehen, dem fehlenden Optimismus, dem Besserwessi und der Glaube, dass ein uniformes Äußeres seriös ist, ein Kapuzenpulli den Träger legerer macht und mittelmäßig kopiert besser als innovativ probiert ist.

Berlin ist anders, das Äußere zählt fast nicht, deine Haltung schon oder du bist gerade auf der Fashion Week.