Wasserlust Lychen

The Cool Quest tanzt in den Mai

Die Walpurgisnacht, einst Fest der Heiligsprechung für die christliche Dame Walpurga, hat den Weg zur kommerziellen Tanz- und Geselligkeit gefunden; in Nordeuropa gerne auch Tanz in den Mai gedubbed.

Berlin bildet in der Nacht und am Tag rund um den 1. Mai, zumindest in Deutschland den Anker für die meisten Aktivitäten. Ansonsten nutzen die meisten Menschen den Tag der Arbeit einfach als freien Tag für sich selber.

Danken dafür sollten wir den streikenden Arbeitern während der Haymarket Affair (1886) in Chicago sowie dem deutschstämmigen Journalist August Spies aus der Rhön, Sprecher der US-amerikanischen Arbeiterbewegung.

Historisches durfte ich dank Karten von Zitty beim Tanz in den Mai im Musik & Frieden erleben. Zusammen mit anderen Gleichgesinnten hat uns The Cool Quest mit einer Überdosis positiver Energie gezeigt welches musikalisches Live-Potenzial in der jungen holländischen Formation steckt.

Aktivistisches Potenzial lieferte am 1. Mai das Peng Kollektiv frei nach dem Motto „Wo eine Villa ist, ist auch ein Weg“. Leider entwickelt sich der Tag der Arbeit in Kreuzberg zu einem enthistorisierten, unpolitischem Trink-Event, also ab in den Grunewald!

Ganz böser Heimat-Code

Menschen sind böse, auch Buddhisten, vor allem wenn sie sich bedroht fühlen, gewalttätig ausgegrenzt werden oder sich über andere stellen wollen.

Ich erinnere mich immer wieder an die Selbstverbrennungen tibetischer Mönche als versuchter Protest gegen die chinesische Besatzung, es hat politisch wenig erwirkt, leider nur Aufmerksamkeit für die Lage der Tibeter. In Myanmar scheinen die Briten historisch auch einen Anteil an der furchtbaren Gewalt gegenüber den staatenlosen Rohingya zu haben sowie verblendete buddhistische Mönche.

Eine unterschiedliche Energie zwischen dem Islam und Buddhismus habe ich bei meinem Besuch auf Ko Lanta in Thailand gespürt. Ein Teil der Insel war eher buddhistisch geprägt und der andere muslimisch, auch wenn das vereinfacht klingt wirkte die muslimische Energie schwerer.

Ich habe mich immer gefragt warum der billig gescriptete Tatort einigermaßen beliebt ist, andere nennen ihn den deutschen Krimi-Discounter; ist es die Faszination mit dem Bösen und der tausendfach reproduzierte, ambivalente Aufklärungsprozess des Herausfindens wer der Täter ist?

Es ist meistens schwerer das Positive zu sehen und sich seine Zeit mit konstruktiven, progressiven Themen zu beschäftigen als billiges CSI zu schauen oder im Internet herumzutrollen.

Vielleicht sollten wir mehr in unsere Selbstaufklärung investieren anstatt sich über andere zu erheben im Geiste von oberflächlicher, materialistischer Natur oder kitschig verpackter, kultureller Arroganz.

Wir sind gefangen in unseren Heimat-Codes, die wir nicht verstehen weil wir unbewusst handeln; warum wir denken wie wir denken hilft uns den Kosmos besser zu verstehen anstatt hässliche Widersprüche eigener Werte zu leben und innere Mauern zu bauen.

Religiöse Toleranz gehört zu Berlin

Religiöse Toleranz ist ein positives, kulturelles Erbe Brandenburg-Preußens. Schon die Hugenotten flüchteten in die Mark um ihren französischen Spaltern zu entkommen. Diese neuen Schwestern und Brüder trugen einen erheblichen Teil zum wirtschaftlichen Aufschwung Berlins bei und wurden stolze Mitbürger und Patrioten.

Heute zählen Menschen aus Bayern mit zur größten Gruppe von zugezogenen, inländischen Neuberlinern. Seehofer wurde in Bayern politisch verfolgt, für solche Menschen hat Berlin natürlich auch Platz.

Also erst mal willkommen, nur vor Gott ist jeder ein Berliner scheint ihm fremd zu sein oder wie Ziggy singt: I am a human.

Brandenburg. Es kann so einfach sein


Teaser zur „Brandenburg. Es kann so einfach sein“ Kampagne

Brandenburg kennen viel zu wenige in Deutschland. Potsdam liegt in Brandenburg und nicht in Berlin, der BER ist eigentlich in Brandenburg und nicht in Berlin.

Rainald Grebe hat sich musikalisch vor über 10 Jahren mal dazu geäußert. Die Uckermark ist flächenmäßig der größte Landkreis mit der dünnsten Besiedelung Deutschlands, quasi das Neuseeland des Ostens in Brandenburg.

Eine neue Kampagne, die im Mai startet, versucht die Bekanntheit des Bundeslandes sowie das Image positiv zu besetzen. Noch bevor es im Frühling los geht haben sie ein kleines, visuelles „Es kann so einfach sein“ Teaserchen in die Welt gelassen.

Der Grundgedanke ist gut. Deutsche sind verhältnismäßig getresster und unentspannter als die meisten ihrer europäischen Nachbarn. Stichwort: Können sie mal eine 2. Kasse aufmachen, oberflächliches Urteilen auf den ersten Blick und distanzlose Rücksichtslosigkeit sind keine exportierbaren kulturellen Codes.

Brandenburg ist der Anker einer neuen Bewegung für mehr oberflächliche Freude und Einfachheit in der weniger geplant und abgehakt wird. Der neue Genuss ohne egoistische Verzweckung und Vereinsamung im Alltag. Entdecke Dein Brandenburg in Dir!

Deutschland schafft Sensation gegen Schweden


Eine wunderbare Zusammenfassung des Eis-Krimis auf Eurosport, die Eishockey deutlich emotionaler und kompetenter als ARD/ZDF begleiten

Mit der besten Mannschaftsleistung seit 1976 in Innsbruck zieht die DEB Auswahl mit 4-3 an Schweden vorbei und spielt im Halbfinale gegen Olympiasieger Kanada. Es ist der erste Sieg gegen den amtierenden Weltmeister mit den drei Kronen bei einem olympischen Turnier.

Ganz grosses Eishockey, ein super Vorbild für den Nachwuchs um den schnellsten Mannschaftssport der Welt in Deutschland mit einem dicken Ausrufezeichen auf die Karte zu setzen und in die Medien zu bringen, ihr habt es verdient, chapeau, es wird Zeit, dass mehr Aufmerksamkeit und Geld ins Eishockey fliesst damit euer Erfolg nachhaltig wirkt!

Es gibt ja so Momente im Sport, die können auch ein langes Reporterleben erschüttern. Sie können einem auch eine Träne in die Augen treiben, in die Augen mit den nach vielen Tagen Pyeongchang langen Olympiaringen darunter. Das Siegtor von Patrick Reimer in der Verlängerung gegen Schweden war vielleicht bislang aus deutscher Sicht der Höhepunkt der Spiele überhaupt. – Claus Vetter

via hockeyweb

Osteuropa schätzt und nutzt seine Medienfreiheit

Wenn die europäische Union aus Radio und TV (EBU) eine Erhebung zum Vertrauen der verschiedenen Mediengattungen zum Leben erweckt, stellt sich sofort die Frage wie glaubwürdig die Studie ansich ist.

Solider wäre es wohl wenn eine Uni oder ein nachweislich unabhängiger Dienstleister sich der Sache annimmt. Immerhin, es wurden 1.000 Face-to-Face-Interviews pro Land mit Personen ab 15 Jahren in 33 Ländern Europas durchgeführt.

Vertrauen ist ein großes, weites Feld. Er ist unser aller sozialer Klebstoff, von der Familie hin zur Eckkneipe im Kiez bis zu geistigen und sprachlichen Handlungen von Politikern. Allein die Defintion von Vertrauen hat in den letzten Dekaden einen Zuwachs an Erklärungen gesehen.


Radio geniesst mit Abstand das meiste Vertrauen als Medium in der EU

Eines ist sicher, dickes und dünnes Vertrauen lässt sich relativ klar definieren. Und die traditionellen Mediengattungen bewegen sich alle auf dünnem Vertrauen, sie müssen sich das Vertrauen immer wieder erarbeiten; über Zeit und mit konsequenten Handlungen und nachvollziehbaren Inhalten.

Womöglich geniesst das gesprochene Wort in Zeiten von antisozialen, digitalen Medien ein höheres, dünneres Vertrauen weil es sich weniger verfälschen lässt, du hörst was du hörst und weißt wer da spricht. Vielleicht ist es unsere Sehnsucht nach dem stammischen Lagerfeuer bei der uns ein Bonnehomme die Welt in einfachen Worten erklärt.

Andererseits stehen die Bürger des neuen Ostens dem Internet weitaus positiver und offener gegenüber. Dies kann ich in meinen persönlichen Erfahrungen bestätigen. Der Sprung von Staatspropaganda in TV und Radio hin zum dezentralen, offenen, und demokratischen Internet wirkte wie eine Befreiung für Polen, Esten, Litauer oder Bulgaren.


Ist den Deutschen die Sicherheit im Internet wichtiger als Freiheit?

via vprt